Editorial

Zeigen Sie uns den Daumen

Von
Michael Hunziker

Den aufmerksamen Leser*innen unter Ihnen wird es bereits aufgefallen sein: Wir starten eine grosse Umfrage, um herauszufinden, wie Ihnen das AAKU gefällt und in welcher Form das Kulturmagazin in der Zukunft erscheinen soll. Erscheinen kann. Erscheinen darf. Richtig, es ist nicht selbstverständlich, dass es das AAKU gibt. Zwischendurch braucht es eine Stunde der Wahrheit, gerade in einer Branche, deren Hauptgeschäft Utopien, Fiktionen und ästhetische Denk- und Begegnungsräume sind.

Wäre das AAKU der reinen Marktlogik ausgesetzt, würde es sich nicht lange über Wasser halten können. Deshalb haben ja die meisten Zeitungsverlage ihre Kulturberichterstattung heruntergefahren. Mit der Folge, dass lokale, kleinere Kulturhappenings kaum mehr redaktionelle Aufmerksamkeit erhalten. Aus dieser Not heraus haben sich vor bald zehn Jahren über 100 Kulturinstitutionen aus dem Aargau zur Interessengemeinschaft Kultur zusammengetan und das AAKU gegründet. Ziel war und ist es, der breiten Aargauer Öffentlichkeit ein Schaufenster in das hiesige Kulturschaffen zu öffnen, die Kulturangebote in den verschiedenen Regionen aufzuzeigen und Menschen zu animieren, diese zu besuchen. Wir wollen zeigen, dass der Aargau nicht nur ein Schlafkanton ist, sondern auch einiges zu bieten hat – dank dem Engagement der Kulturschaffenden, die nicht selten ehrenamtlich und generell für wenig Lohn viel für die Lebensqualität leisten.

Das AAKU besteht dank der Kooperation mit der CH Media, die uns bei den Kosten für Druck und Vertrieb in der Aargauer Zeitung entgegenkommt. So erreichen wir mit jeder Ausgabe über 40 000 Haushalte. Kanton und Swisslos subventionieren uns zu 45 Prozent. Auch zu erwähnen sind die Zuwendungen der Städte Aarau und Baden, mit je ganz ordentlichen Beträgen. Die restlichen 50 Prozent stemmen die Kulturbetriebe, indem sie im AAKU inserieren. Selbstredend, dass das Ganze ein Non-Profit-Unterfangen ist. Es rentiert nicht. Aber, soviel Selbstüberzeugung haben wir: Es schöpft Wert.

Wir vom AAKU wünschen uns, dass in Bezug auf Kultur weniger von Rentabilität und mehr über Wertschöpfung gesprochen wird. Gewiss, eine vielschichtige Grösse und schwierig auszuquantifizieren – weil es in der Kultur eben auch um immaterielle Werte geht, wie Inklusion, Partizipation, Meinungsäusserung, zivilgesellschaftliche Aushandlung und Innovation. Das sind Angelegenheiten, deren Wert erst sichtbar wird, wenn sie nicht mehr selbstverständlich sind.

Kehren wir zurück zu den eingangs angesprochenen Denk- und Begegnungsräumen, die Kulturveranstaltende öffnen, in denen Utopien und Fiktionen erlebt und mitgestaltet werden können. Natürlich gilt die Stunde der Wahrheit nicht nur für uns, die wir in diesem Geschäft mitmischen, sondern auch für die gesellschaftliche, politische Wirklichkeit. Bei einem Theaterbesuch, bei einer Kunstausstellung, beim Kinobesuch wird gerade durch die Illusionen und die Traumwelten gewissermassen der Blick auf die Wirklichkeit scharfgestellt. Und wenn man sich so umsieht in der Weltpolitik, ist es doch ein gutes Zeichen, wenn sich eine Gesellschaft solche Selbstbespiegelungsveranstaltungen leistet.

So, das war der Kontext. Nun die Bitte: Nehmen Sie sich doch kurz Zeit, und teilen Sie uns mit, was Sie über uns denken, vielleicht auch, wie wir uns verbessern können. Es gibt sogar etwas zu gewinnen.