AGKV/PRO ARGOVIA

Schlusslicht Aargau

Von
Regula Laux

«Wir haben im Aargau die tiefsten Pro-Kopf-Ausgaben der Kantone in der Schweiz», verkündete der Aargauer Regierungsrat und Finanzchef Markus Dieth im November 2025 stolz in der SRF-Sendung «Schweiz Aktuell». Ja, das Sparen hat sich gelohnt: Die Kantonsfinanzen sind mit 585 Millionen im Plus und das mit einer Reserve von 1.1 Milliarden Franken! Schnell malt man/frau sich in den schönsten Tönen und Farben aus, wie und wofür das Geld eingesetzt werden könnte. Gerade im sozialen und im kulturellen Bereich ist der Bedarf gross.

Aber eben, die Ton- und Farbpaletten der Menschen variieren – so bestimmte die bürgerliche Mehrheit des Grossen Rates eine Senkung des kantonalen Steuerfusses von 108% auf 100%, dies gegen die Regierung, die lediglich eine Senkung von 5% wollte. Tja und irgendwie müssen diese Steuergeschenke, von denen wohl in erster Linie Besserverdienende profitieren, ja finanziert werden. Da kommt uns die Kultur doch gerade recht, ein Bereich, dessen Wert sich eh schlecht messen und beziffern lässt:

Die vom Regierungsrat vorgesehene jährliche Erhöhung der Beiträge zugunsten des Kuratoriums von Fr. 100 000? Abgelehnt!

Die Streichung der Mittel für Kunst im öffentlichen Raum, Bereich Tiefbau? Eine Motion, die hoffentlich keinen Anklang findet.

Kündigung der interkantonalen Vereinbarung zum Kulturlastenausgleich zwischen dem Aargau, Zürich und Luzern? Schauen wir mal, was bei den Neuverhandlungen herauskommt!

Wir sollten die Situation wachsam im Auge behalten, sonst bilden wir nicht nur bei den Gesamt-Pro-Kopf-Ausgaben das Schlusslicht der Kantone. In Sachen Kultur rangiert der Aargau bereits auf einem der hintersten Ränge – da kann man das Label «Kultur-Kanton» wohl getrost vorerst einmotten.

Regula Laux, Medienpädagogin, Laufenburg, Stiftungsrat Pro Argovia, Mitglied des AGKV-Vorstands