Seit dreissig Jahren bringt Stephan Diethelm die Grössen des Jazz nach Muri.
Mit dem Schlagzeug fing alles an. Stephan Diethelm weilte vor knapp dreissig Jahren in New York, nahm Unterricht bei Schlagzeug-Grössen, besuchte Clubs und sog so die jazzgetränkte Atmosphäre des Big Apple ein. Er war angefixt.
Nun ist Muri, wo Diethelm lebt, nicht New York – aber ein intimer Club, in dem ab und zu richtig gute Musiker*innen zu Gast sein sollten, liess sich realisieren. Zuerst im Café Stern, dann im etwas grösseren Ochsensaal und seit gut zehn Jahren schliesslich im wunderbaren Dachstock des Pflegeheims geben sich Musiker*innen nicht nur aus New York die Klinke in die Hand. Mittlerweile ist «Musig im Pflegidach» zumindest ein nationaler Veranstalter, wenn es um avancierten Modern Jazz geht.
Stephan Diethelm ist ein Maniac, man muss es so sagen, er ist Kopf, Herz, Hand, Bauch und ein paar andere Organe von «Musig im Pflegidach». Für seine Konzertreihe und insbesondere für die Künstlerinnen und Künstler, die in Muri auftreten, tut er alles. Sein Ziel ist es, glückliche Musizierende auf seiner Bühne zu sehen, denn bekanntlich geben glückliche Leute auch in der Kunst noch einen Tick mehr, und das kommt auch dem Publikum zugute. So bekocht er seine Gäste, holt sie persönlich vom Flughafen ab, bietet ihnen perfekte Bühnenbedingungen und hinterher erst noch professionelle Video-Mitschnitte.
Dass sich solches in New York herumgesprochen hat, zeigt sich am Programm: Oft ist Diethelm der erste, der eine aufstrebende Künstlerin hierzulande präsentiert, denn erstens hat er seine musikalische Nase immer im Wind und zweitens weht dieser dank bester Beziehungen immer wieder Ungehörtes ins Freiamt. Was in der Summe heisst: Am Sonntagabend eine Stunde «Musig im Pflegidach» ist immer eine tolle Idee! Im April etwa mit der Combo Late Train oder mit dem Vibraphonist Simon Moullier.
MURI Musig im Pflegidach
Do, 16. April, 20.30 Uhr (Late Trane)
So, 26. April, 20.30 Uhr (Simon Moullier)