Dmitry Smirnov setzt zu Fröhlichs fulminanter B-Dur Violinsante an.
Matthias Müller
Der Fröhlich-Tag feiert Jubiläum: Seit zehn Jahren wird in Brugg an den Ausnahmekomponisten erinnert.
Friedrich Theodor Wieviel? Dies haben sich viele Musikliebhaber*innen noch vor wenigen Jahren gefragt, wenn vom Aargauer Musiker und Komponisten Friedrich Theodor Fröhlich die Rede war. Den eigenwilligen Aargauer, der sich 1836 mit nur 33 Jahren durch einen Sprung in die Aare das Leben nahm, kannte kaum jemand, obwohl er eine grosse Anzahl von Musikhandschriften hinterlassen hatte.
Dieses Manko hat sich dank der Fröhlich-Gesellschaft und der Leiterin der Konzerte, Barbara Vigfusson, längst gewandelt. Namhafte Musiker*innen wie der Tenor Ian Bostridge oder das Rasumowsky Quartett haben mit vielbeachteten Einspielungen von Fröhlich-Werken gezeigt, was in diesem jungen, viel zu früh verstorbenen Komponisten steckte. In Berlin in der Schule des angesehenen Musikpädagogen Karl Friedrich Zelter ausgebildet, entpuppte sich Fröhlich schon früh als eigenwilliger, in seinen Werken neue Wege suchender Musiker. Fröhlichs Musik ist spannend, abwechslungsreich und von grossem Gefühl für die Romantik geprägt.
Am 10. Fröhlich-Tag in Brugg kann man wiederum neue Schätze aus dem scheinbar unerschöpflichen Reservoir an Werken entdecken. Nicht entgehen lassen sollte man sich das Konzert von Dmitry Smirnov (Violine) und Volodymyr Lavrynenko (Klavier), welche die fulminante Violinsonate B-Dur spielen. Lavrynenko hat sich schon mehrfach, etwa in den Elegien für Klavier, als einfühlsamer Fröhlich-Interpret ausgezeichnet. Er wird als Novität die Klaviersonate A-Dur spielen, die der Violinsonate an Originalität nicht nachsteht.
Eine besondere Soirée ist unter dem Titel «Ertrinken ist ein stiller Tod» mit Verweis auf Fröhlichs Tod zu erwarten. Die bekannte Schauspielerin Heidi Maria Glössner liest dazu ausgewählte Texte, das Rasumowsky Quartett spielt aus den Fröhlich-Quartetten. Den Auftakt der drei Konzerte des Fröhlich-Tags machen Raphael Höhn (Tenor), Kathrin Hottiger (Sopran) und Shin Hwang (Klavier) mit einem Liedrezital. Höhns CD-Einspielung von Fröhlich-Liedern unter dem Titel «Heimat» wurde wegen seinem «Gespür für die Nuancen und Feinheiten» dieser Lieder besonders gelobt.