Warum sich den eigenen Sommerabend nicht von einem Orchester vertonen lassen? Dazu gibt es grad ein paar Gelegenheiten: Wir haben nach Klassikfestivals Ausschau gehalten.
Open Classics auf dem Rheininseli.
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Bereits zum 4. Mal findet auf dem idyllischen Rhein-Inseli das Open Classics statt. Das Festival hat sich einen klingenden Namen geschaffen, die kunterbunte Mischung des Programms ist stimmig. Auch heuer gibt es Filmmusik, ein Jodelchörli und schliesslich französischen Esprit mit einem Schuss Edith Piaf. Zur Tradition geworden ist die Filmnacht mit dem live spielenden City Light Symphony Orchestra. Diesmal steht ein Klassiker der Filmgeschichte an, der Stummfilm «City Lights» (Lichter der Grossstadt) von Charlie Chaplin von 1931. Wer es lieber etwas folkloristisch hat, dem sei das jodelnde Sunnebärgchörli empfohlen, das sein Konzert mit der beliebten Brass Band Fricktal bestreitet. Und natürlich darf auch das Kammerorchester Basel nicht fehlen, das mit dem Mandolinenspieler Avi Avital für musikalischen Charme à la française sorgt.
RHEINFELDEN Rheininsel, Fr / Sa, 7. / 8. August
An den Musikalischen Begegnungen singt Sopranistin Kathrin Hottiger.
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Musikalische Begegnungen in Lenzburg verheissen stets Neuentdeckungen. Vom Kinderanlass über Tango Nuevo bis zur grossen Sinfonie ist alles dabei, was das Herz begehrt. So spielt das Jugend-Sinfonieorchester Aargau die Gaelic-Sinfonie von Amy Beach, während sich Kathrin Hottiger (Sopran), Marc Jaussi (Trompete), Anastasia Stahl (Orgel) und Jonas Iten (Cello) Trompetenmusik und barocken Arien widmen. Wie immer in Lenzburg werden spannende Räume für die Konzerte ausgesucht, so gibt es Harfenklänge im Alten Bezirksgericht. Das Duo Flury / Keller verbindet Schubert und Jazz zu einem Liederabend ohne Worte – inklusive Barbetrieb im Alten Bezirksgebäude. Und im Stapferhaus darf man für einmal der unvergleichlichen Musik Astor Piazollas in den Interpretationen des PantaLeón Project frönen.
LENZBURG Div. Spielorte, 21. August bis 6. September
Anna Tyka Nyffenegger spielt Werke von Hermann Suter.
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Im Zeichen zweier Komponisten steht das Festival der Stille: Der eine ist berühmt, der andere zu Unrecht etwas vergessen. Franz Schubert braucht nicht vorgestellt zu werden, wohl aber die Konzerte. Das Festivalleiterpaar Massimiliano Matesic und Daria Zappa widmen dem Wiener Genie zusammen mit Oliver Schnyder gleich zwei Abende, wobei Schubert für einmal ohne Lieder und die Uraufführung eines Matesic-Werks neugierig machen. Im Mittelpunkt steht aber eigentlich Hermann Suter, der in Kaiserstuhl aufgewachsen ist und als Musiker und Komponist einst Karriere machte. Zu dessen 100. Todestag ist ein bemerkenswertes Konzert mit Werken von Suter angesagt, das mit dem Tenor Tino Brütsch auch eingespielt wird. Ergänzt wird der Reigen mit «Musica popolare siciliana» und mit einem stimmungsvollen Kerzen-Konzert des Kammerorchesters i baroccoli.
KAISERSTUHL Div. Spielorte, bis 29. August
Voces Suaves.
Daniele Caminiti
Alte Musik und Muri, das ist für Barock-Fans ein Muss! Im Festsaal kann man dank Apollo’s Cabinet mit seinem reichhaltigen Instrumentarium und der rezitierenden Begleitung durch Reto Holzgang in die musikalischen Reisetagebücher des fantastischen Charles Burney eintauchen. In der Klosterkirche gibt es Händels Hit-Oper «Rinaldo» mit der berührenden Arie «Lascia ch’io pianga» mit dem Ensemble Brezza als Kammerspiel für Flöte, Gambe und Continuo. Den Höhepunkt bestreitet ein üppig besetztes Ensemble mit den Voces Suaves und Les Cornets Noirs in der Klosterkirche mit Werken von Johann Melchior Gletle. Der 1626 in Bremgarten geborene Komponist wanderte nach Augsburg aus, wo er sein musikalisches Glück fand. Herzstück ist die monumentale, 15-stimmige «Missa Regis Gloriae», die Gletles Klangpracht in pitoresker Umgebung erstrahlen lässt.
MURI Klosterkirche, Fr, 21. bis So, 23. August;