Eine kühne Idee, viel Improvisation und die Begeisterung für das Aargauer Kulturleben: Was mit dem JULI-Magazin seinen Anfang nahm, ist heute eine feste Stimme in der kantonalen Kulturlandschaft. Zum hundertsten AAKU blicken drei Wegbereiter:innen zurück auf wilde Anfänge, kreative Experimente und klamme Finanzen. Sie erzählen von einem Projekt, das sich stetig weiterentwickelt hat – und erinnern daran, weshalb kulturelle Vielfalt eine Bühne braucht.
«Manchmal bleibt nur noch die Flucht. In den Schlaf, wenn er denn kommt, in ein Buch, wenn es denn zu fesseln vermag, in die Natur, wenn sie gerade genug lockt, oder in die Welt der Kulturen» – das schrieb ich in meinem allerersten Editorial in der ersten Ausgabe des AAKU 2016. Der Plural war bewusst gewählt, als Ausdruck der kulturellen Vielfalt des Kanton Aargaus.
Zehn Jahre später denke ich weniger an Flucht als an Begegnung. An das Erlebnis, vor Ort zu sein, mit Menschen zu sein. Sich auf etwas einzulassen, das man noch nicht kennt. Verbunden zu sein. Vielleicht ist Kultur gerade das: keine Flucht aus der Welt, sondern eine Möglichkeit, ihr näherzukommen. Und darum braucht es das AAKU. Es schafft Raum für Unerwartetes, macht neugierig und bringt unterschiedliche Stimmen zusammen. Weiter so!
Corinne Rufli, Historikerin und Journalistin, Konzept und Redaktionsleitung AAKU 2016-2019
Das AAKU begleitet mich nun schon bald 17 Jahre, allerdings inklusive seines Vorgängers, des JULI-Magazins. Als sich 2009 einige Kulturmenschen aus Aarau und Baden zusammentaten, um aus dem Aarauer Q ein kantonales Kulturmagazin zu machen, hätten wir wohl nicht gedacht, dass daraus eines der grössten Kulturmagazine der Schweiz entsteht.
Das JULI war nicht nur vom Namen her provokant, sondern begeisterte (oder schreckte ab) durch innovative Grafik. Vor zehn Jahren sind wir dann mit dem AAKU im Mainstream angekommen, als sich die Möglichkeit ergab, als Beilage in die Gesamtauflage der Aargauer Zeitung zu gehen. Konstanten in den 17 Jahren waren natürlich immer die Finanzen, die bis heute klamm sind. Aber auch jeden Monat das freudige Erwarten der neuen Nummer. Dass wir nach siebzig JULIs nun schon einhundert AAKUs geschafft haben, erfüllt auch etwas mit Stolz.
Bruno Meier, Präsident der IG Kultur Aargau seit Anbeginn
100 Ausgaben AAKU – und ich war bei den ersten dabei! Zusammen mit Corinne Rufli habe ich erlebt, wie aus einer Idee langsam, manchmal ziemlich wild und mit viel Herzblut das Aargauer Kulturmagazin entstand. In dieser ersten Zeit war ich als Verlagsleiterin mittendrin: Es wurde diskutiert, getüftelt, geschrieben, gestaltet und mehr als einmal improvisiert.
Wenn ich heute an das AAKU denke, bin ich beeindruckt, dass aus dem damaligen Projekt eine Publikation geworden ist, die sich über so viele Jahre gehalten und weiterentwickelt hat. 100 Ausgaben sind schliesslich mehr als eine Zahl – dahinter stecken unzählige Geschichten, Begegnungen, Ideen und Menschen.
Heute bin ich Badener Stadträtin und für das Ressort Kultur zuständig. Die Begeisterung für das Aargauer Kulturleben und für diejenigen, die es prägen, ist geblieben. Und deshalb freue ich mich ganz besonders über 100 Ausgaben AAKU.
Herzlichen Glückwunsch und weiter so!
Steffi Kessler, Stadträtin und Kulturmanagerin