Kunst

Lust, Liebe, Licht

Von
Alisa Fäh

Camille Graeser, Konstruktion mit sechs Farbakzenten, 1949

Zum Jahresbeginn öffnen gleich drei neue Schauen im Aargauer Kunsthaus.

Form- und Farbenspiel

AUSSTELLUNG Liebe Vielfalt, wir vermissen dich. Nach schneeweissgetupften Januartagen bleibt die Sehnsucht nach Lebendigkeit. Mehr Buntes, bitte! Da tut es gut, sich Formen und Farben zu widmen: Zum Glück sieht es das Aargauer Kunsthaus genauso und widmet diesem Thema die aktuelle Sammlungspräsentation. Es werden Werke von den 1970er-Jahren bis in die Gegenwart gezeigt, im Mittelpunkt stehen Arbeiten aus der Schweiz – im Obergeschoss unter anderem von Joseph Egan, Marcia Hafif und Verena Loewensberg. Im Untergeschoss können Skulpturen, Zeichnungen und Installationen entdeckt werden, unter anderem von Roman Signer und Silvia Bächli. Ein Form- und Farbenspiel, das bis in den Sommer leuchtet.

AARAU Aargauer Kunsthaus, 24. Januar bis 5. Juli, Sammlung 26, Kunst aus der Schweiz

Guido Nussbaum, Fernsehabend, 1982/ 1985.

Video-Erzählungen

AUSSTELLUNG Wie lässt sich eine Geschichte erzählen? Seit vielen Jahren und mit langer Tradition durch Worte, Pinselstriche oder geformtes Material – und natürlich auch auf Bildschirmen in bewegten Bildern. Das Aargauer Kunsthaus widmet sich der Videokunst: in zwei komplementären Ausstellungen, zusammen mit dem Kunstmuseum Solothurn. «Mehr Licht – Video in der Kunst» gibt die Sicht frei auf Werke dieser zeitgenössischen Erzählform, unter anderem von Nam June Paik und Pipilotti Rist. In den Videoarbeiten flimmert und rauscht die grosse Lust, frische Perspektiven zu wagen: eine hervorragende Gelegenheit, sich Blick für Blick in bewegte Bilder (und die Geschichten, die ihnen innewohnen) zu verlieben.

AARAU Aargauer Kunsthaus, 31. Januar bis 25. Mai

Mario Sala, Wild Bunch, 2002

Geweckte Fantasie

AUSSTELLUNG In der schiefen Weltlage wirken einfache Antworten verführerisch, obwohl sie selten der Komplexität der Gegenwart gerecht werden. Umso wichtiger wird es, Uneindeutigkeit auszuhalten. Üben lässt sich das bestens mit Mario Sala. Das Aargauer Kunsthaus widmet dem multimedialen Künstler aus Winterthur eine Ausstellung und rückt sein Werk «Wild Bunch» ins Zentrum. Ein wahrlich wilder Haufen galoppiert da, in diesem Zusammenspiel aus Klebemasse, Öl und Tusche – die Reiter*innen und Pferde überlagern sich, Sala mischt die Figuren und lässt sie verschwimmen. Ist das vertraut oder doch neu, vielleicht sogar geträumt? Das Betrachten von Salas Werken ruft die Fantasie wach und macht Mut, eigene Antworten zu suchen. 

AARAU Aargauer Kunsthaus, 31. Januar bis 21. Juni