Klassik

Kunstvoller Knopf fürs Ohr

Von
Verena Naegele

Das Ensemble Solomon's Knot.

Das Ensemble Solomon’s Knot spielt im Künstlerhaus Boswil.

Mit der Interpretation von Bachkantaten und Bachmotetten haben sie sich in den letzten Jahren einen Namen gemacht: die Mitglieder des englischen Vokal- und Instrumentalensembles Solomon’s Knot. An den renommiertesten Barockfestivals wie dem Bachfest Leipzig, dem Aldeburgh Festival, den Händel-Festspielen Halle oder der Bachwoche Ansbach ist das Ensemble, das sich als Kollektiv versteht, ein gern gesehener und -gehörter Gast. Nun gastieren sie in Boswil, ein ganz besonderer Leckerbissen, denn hier ist das Publikum sehr nah am Podium und kann die umfassende Kunst des Ensembles hautnah miterleben. 

Das 2008 in London gegründete Solomon’s Knot zeichnet sich durch ein besonderes Markenzeichen aus: Die Gesangspartien werden von den Ensemblemitgliedern bei Konzerten stets auswendig vorgetragen. Aufgebaut wurde das exklusive Ensemble durch Jonathan Sells, der als Bariton auch selbst mitsingt. Als Mitglied des von John Eliott Gardiner gegründeten renommierten Monteverdi Choir, dessen Leitung Sells 2025 übernahm, hat er umfangreiche Erfahrungen im Barockgesang gesammelt. 

Szenische Improvisationen

Auch bei uns ist er kein Unbekannter, begeisterte er doch das Publikum 2015 im Schlosshof Hallwyl als Papageno. Sells bringt also auch szenische Erfahrungen als Sänger mit, die er auf sehr spezielle Weise bei Solomon’s Knot umsetzt. «Ich will den Konzertrahmen sprengen», meint er, um damit eine Art «szenische Improvisation aus dem Moment heraus» zu erreichen. Wo kann das Ensemble das besser umsetzen als in der intimen Kirche Boswil? 

Am Konzert wird denn auch einiges geboten. Die berühmte Motette «Jesu meine Freude» BWV 227 etwa, die zu den Höhepunkten der barocken polyphonen Literatur zählt und bei der eine perfekte Balance der Stimmen besonders zentral ist. Oder die doppelchörige Motette «Komm, Jesu, komm», die zum Schluss in eine tröstende Chor-Arie mündet. Als Höhepunkt folgt zum Schluss die Kantate «Ich lasse dich nicht, du segnest mich denn», die ein reichhaltiges Instrumentarium mit Traversflöte, Oboe d’amore und mehrteiligem Basso continuo beinhaltet. Ein Ohrenschmaus erster Güte!

Boswiler Meisterkonzert VII

Sonntag, 29. November 2026

17:00 Uhr
Künstlerhaus Boswil - Alte Kirche
Boswil