Filmisches Porträt über den (Lebens-)Künstler Matthias Noser.
zvg
Ein Film über Kunst, Freundschaft und Schizophrenie: «Rockstar Matthias» feiert im Oktober Premiere.
Als Matthias Noser fünfzehn Jahre alt ist und nach einem Sprachaufenthalt in Frankreich in Zürich aus dem Zug steigt, erleidet er seinen ersten paranoid-schizophrenen Schub. Sein weiteres Leben wird sich hinter den Vorzeichen dieser Diagnose entfalten: ein buntes, kreatives, intensives (Künstler-) Leben mit liebevollen Beziehungen – aber auch mit Schattenseiten und Abgründen. Der Aargauer Regisseur Christoph Rahm spürt in «Rockstar Matthias» diesem Leben nach. Im Dialog mit Matthias und seinem weitverzweigten Werk ist ein mehrdimensionales, intimes Portrait entstanden, das grosse Fragen aufwirft. Wie entsteht eine psychische Erkrankung? Wie verhalten sich Kunst und Wahn zueinander? Wann gilt ein Werk als Kunst?
Rahm und Noser lernen sich in der Psychiatrischen Klinik Königsfelden kennen, vorerst als Pfleger in Ausbildung und Patient. Bald schon sieht Rahm, der bereits erste Experimente mit Film macht, in Noser eine Art Kunstlehrer. Er ist begeistert von der Schaffenskraft und der Perspektive des autodidaktischen Fotografen, Musikers, Maskenschnitzers und Lebenskünstlers. Fünfundzwanzig Jahre später treffen sich die beiden zufällig wieder und entscheiden, gemeinsam einen Film zu drehen. Für Noser eine Möglichkeit, seine vielen Bilder zu zeigen und für Rahm eine Gelegenheit, die in seinem Film «Copy Paste Delete» (2018) entwickelte Ästhetik der assoziativen Montage ins konkret Dokumentarische zu erweitern. Für beide ein Experiment – es gelingt.
Aus dem Fotoarchiv von Noser entsteht eine Collage aus Zeitgeschichte, Stimmungen und flüchtigen Momentaufnahmen. Der Bilderstrom untermalt Nosers Lebenserzählung, und diese wird von verschiedenen Stimmen ergänzt, etwa die der Schwester Pat (eine bekannte Künstlerin) und des Bruders Michi (Bankangestellter). Der Film ist also auch eine Art Familienanamnese, in der versucht wird, dem Wahn generationenübergreifend auf die Spur zu kommen, ohne anzuklagen oder vorschnelle Antworten zu liefern. Ein empathisches Werk zum Thema Mental Health, Kreativität und Freundschaft – es geht uns alle an.
3 BILDBÄNDE ZUM FILM ZU GEWINNEN:
Mail bis 5.10. mit Betreff «Rockstar Matthias» an redaktion@aaku.ch
BRUGG Odeon, Mo, 5. Oktober, 18 Uhr (Premiere)
BADEN Orient, Di, 6. Oktober, 19 Uhr
WOHLEN Filmclub, Mi, 7. Oktober, 19.30 Uhr
AARAU Freier Film, Sa, 10., Do, 15. Oktober, 20 Uhr