Helen (Julia Köhler) stellt sich den grossen Themen, die sich zwischen dem Vater und ihr öffnen.
Sandra Then
Das Kurtheater Baden eröffnet seine Saison mit dem Residenztheater München und der meistgespielten niederländischen Dramatikerin Lot Vekemans.
Beide sind blind: blind für die Perspektive des anderen und für die Verletzungen, die sie einander zugefügt haben… bis eine vorsichtige Annäherung beginnt, durch die sie allmählich die Beweggründe, Ängste und Wünsche des anderen erkennen und erstmals Verständnis füreinander aufbringen. Wer sind sie? Er ist Richard, der Vater, der nach dem Tod seiner Frau abgeschottet lebt und seine langjährige Haushälterin gefeuert hat. Sie ist Helen, die Tochter, die den stetig pflegebedürftigeren Vater künftig betreuen soll.
«Blind» lautet der Titel des jüngsten Stücks der meistgespielten niederländischen Autorin Lot Vekemans. Darin stellt sie Fragen zu Generationenkonflikten, politisch-gesellschaftlichen Gegensätzen und einem familiären Zusammenleben, in dem unterschiedliche Haltungen Platz haben (müssen). Nur gerade zwei Personen reichen Lot Vekemans – eine Meisterin des Nicht-Gesagten – um in ihrem kleinen Kammerspiel grosse Themen aufzuwerfen. Nach der Münchner Premiere der nun in Baden gastierenden Inszenierung mit Julia Köhler und Manfred Zapatka prophezeite Detlef Bauer in der «Deutschen Bühne»: «Dieses unaufwendige und vielschichtige Stück wird Karriere machen.»
BADEN Kurtheater, Fr, 16. Oktober, 19.30 Uhr
AUSVERKAUFT