Improvisiertes Fotolabor in einer Toilette während der Tour de Suisse 1968. Foto: Rudolf Rohr © Signatur: StAAG/RBA3-3-BS6801398_1
Aus dem Ringier-Bildarchiv
Heute machen wir ein Foto und können es zeitgleich mit der ganzen Welt teilen. Im Zeitalter der analogen Fotografie musste der Film erst entwickelt und ein Bild vergrössert werden. Und das «in der Welt herumschicken» war einiges komplizierter und trotzdem: schnell musste es schon immer gehen, denn die Aktualität ist für den Newswert eines Pressefotos seit jeher bestimmend. So sollten die Bilder der Tour de Suisse 1968 von einem abgelegenen Bergpass noch am gleichen Tag in der Redaktion in Zürich sein, um am nächsten Tag im Blick zu erscheinen und den Etappensieger inkl. Foto verkünden zu können. Möglich machten dies mobile Labors, mit denen die Fotograf*innen selbst auf der Toilette ihres Hotelzimmers das Material entwickelten und belichteten. Anschliessend scannten sie den Fotoabzug mit einem sogenannten Bildtelegraphen, der die Signale über die Telefonleitung auf den Empfängerapparat in Zürich sandte. Dieser belichtete das Bild mit unterschiedlichen hellen Punkten zeilenweise wieder auf ein Fotopapier aus. Der Blick-Fotograf Rudolf Rohr inszenierte dieses – heute schwer vorstellbare – Vorgehen in einer eigenen Bildstrecke detailreich und liebevoll, inklusive prominentem Productplacement.
Eine Kooperation – ein Bild: Das Stadtmuseum Aarau und das Staatsarchiv Aargau vermitteln gemeinsam audiovisuelle Alltagskultur. Wichtiger Teil dieser Zusammenarbeit ist der «Fokus Ringier Bildarchiv» mit Ausstellungen, Events und Workshops zur Pressefotografie.