Wolf, 2014, Lithografie
Michael Günzburger
Der Wolf ist zurück. Im Jura, in Graubünden und im gesellschaftlichen Diskurs. Das Kunsthaus Zofingen widmet dem mythenbeladenen Tier eine Ausstellung und hat dazu verschiedene Künstler*innen eingeladen, sich auf ästhetische Spurensuche zu begeben.
Zusammengekommen sind unterschiedliche, interdisziplinäre Perspektiven, die das Spannungsverhältnis ausloten, das wir, nicht der Wolf, aufreissen. Im Rahmen von Videos, Performances, Installationen, Gemälden und Druckgrafiken wird das Verhältnis Mensch-Natur verhandelt. Es spiegelt sich die gesellschaftliche Diskussion wider, in der Ängste, romantische Vorstellungen, politisches und wirtschaftliches Denken auf den Wolf übertragen werden, der sich seit jeher weder um Grenzen noch um die Befindlichkeiten des Menschen kümmern kann und den Symbolisierungen und den Mythologisierungen hilflos ausgeliefert ist. Wer vom Wolf spricht, redet nicht selten von sich selbst – die Ausstellung zeigt, wie diese Diskussionen in der zeitgenössischen Kunst zur Inspiration und zum Material werden, und so der ganzen «Geschichte» eine ästhetische Facette angedeihen lassen – in gewissem Sinne Aussöhnungen mit dem Pelzigen.