Das Bluesfestival Baden bringt im Mai lokale und internationale Grössen der Szene zusammen. Es rollt, rockt und groovt auf mehreren Bühnen, ganz nach dem Motto «Blues and more.»
Bette Smith aus Brooklin NY ist ein stimmliches Grossereignis: Voluminös im Spektrum des Alt, rauchig, warm und soulig. Für ihr aktuelles Album «Goodthing» hat sich die Sängerin mit dem Grammy-ausgezeichneten Produzenten und Songwriter Jimmy Hogarth zusammengetan, der auch schon mit Amy Winehouse, James Blunt oder Tina Turner zusammengearbeitet hat. In ihren Songs, so funky und rockig sie bisweilen daherkommen, schwingt aber stets auch das grosse Blues-Erbe aus Memphis und Mississippi mit. Hitverdächtig und vielschichtig. mh
BADEN Theaterplatz, Fr, 29. Mai, 22 Uhr
Back to the Roots: Justina Lee Brown.
zvg
Mit Afro-Pop stürmte Justina Lee Brown einst die Charts in ihrem Heimatland Nigeria. In unseren Breitengraden hingegen ist sie seit zwei Jahrzehnten für ihre explosive Mischung aus Funk, Soul, Blues und Jazz bekannt – 2024 gewann sie als erste Afrikanerin den Swiss Blues Award, ein Jahr darauf folgte die Auszeichnung als Best Songwriter. Auf ihrem neusten Werk «Echoes from Home» kehrt sie nun zu ihren (musikalischen) Wurzeln zurück und präsentiert eine
kraftvolle Reflexion über Herkunft, Identität, Erinnerung und kulturelle Rückverbindung. Musikalisch bedeutet dies eine geballte Ladung an Afro-Beat, Afro-Fusion, Highlife und Soul – ein gleichermassen moderner und zutiefst persönlicher Sound mit tiefgründiger Message. phn
BADEN Theaterplatz, Mi, 27. Mai, 20 Uhr
Gitarrist mit Legendenstatus: Dave Allman.
zvg
Die Allman Brothers gehören zu den Legenden des Southern Rock – Anfang der 70er-Jahre revolutionierten sie mit ihrem Sound eine ganze Generation Nordamerikaner*innen. Als Sohn von deren Gitarristen wuchs Davon Allman umgeben von einem reichen musikalischen Erbe auf und führt die Tradition bis heute weiter – und vereint am diesjährigen Bluesfestival verschiedenste Stimmen zu einem wahren All-Star-Ensemble: Wet-Willie-Gründer Jimmy Hall steuert feurige Mundharmonika-Melodien und kraftvoller Gesang bei, während «The Bluz Queen» Claudette King (die jüngste Tochter der Blues-Ikone B-B. King) mit ihrer souligen Stimme das Publikum verführt. Und dann wäre da noch Bernard Allison, der mit seinen virtuosen Saitenkünsten zu den bedeutendsten Blues-Gitarristen seiner Generation zählt. phn
BRUGG Theaterplatz, Do, 28. Mai, 22 Uhr
Britische Boys mit italienischen Wurzeln: Cinelli Brothers.
Blackham Images
Das Viergespann aus London um die beiden Brüder Marco und Alessandro Cinelli konnte sich mit schweisstreibenden Konzerten von Europa bis zur Karibik international einen Namen machen. Leidenschaftlich und mit sichtlicher Spielfreude rocken sie auf der Bühne, wechseln untereinander die Instrumente – und singen können sie sowieso alle. Auch genretechnisch zeigt sich die Band überaus versatil: Ihr Sound nährt sich aus dem Chicago Blues der 1960er, ergänzt mit souligen Einlagen und Latin-Momenten, die an Santana erinnern. Da verwundert es kaum noch, dass den Cinelli-Brüdern im Jahr 2024 der Titel «UK Blues Band of the Year» verliehen wurde. Eines ist sicher: Sie werden den Theaterplatz zum Beben bringen. phn
BADEN Theaterplatz, Sa, 23. Mai, 22 Uhr
Schweissen die Welt zusammen: Otrava.
zvg
Ist «Blues and more» die neue Maxime des Bluesfestival, so öffnet dieses «more» den Weg für Otrava. Die zehnköpfige Kombo, eine orchestrale Band gewissermassen, bringt temporeichen Klezmer mit Klarinetten, Akkordeon, Geige, Posaune auf die Bühne und mischt ihn mit organischen Balkan-Beats, sprich, mit Bass und Perkussion, so dass bestimmt kein Bein mehr stehenbleibt. Dazu wird gesungen, auf Serbisch, Mazedonisch, Bosnisch und Schweizerdeutsch. Dieser Sound, nah, menschlich, melancholisch und feurig, hat das Zeug, die Welt wieder zusammenzuschweissen! mh
BADEN Theaterplatz, So, 24. Mai, 13.30 Uhr
Mehr Infos und das gesamte Programm unter bluesfestival.ch