Sounds

Gitarrengewitter über Baden

Von
Philippe Neidhart

Verwandeln Isolation in Gemeinschaft: fc.kleinstadt.

Heimspiel für fc.kleinstadt: Die Band feiert den Release ihrer neuen EP «blumen zwischen büchern» im Royal.

Ihr Sound türmt sich auf wie dunkle Wolken vor einem Gewitter: Die Luft ist drückend, der Wind frischt auf, erste Blitze durchschneiden den Horizont – und plötzlich entlädt sich alles mit voller Wucht. Mit ihrer neuen EP «blumen zwischen büchern» treten fc.kleinstadt zum Freistoss an – und landen damit einen Volltreffer mitten ins Herz. 

Zwischen Shoegaze, Post-Punk und emotionalem Indie-Rock wechseln sich mächtige Gitarrenwände mit verträumten Melodien ab. In ihren Lyrics zeigen sich die Badener gleichermassen wütend wie verletzlich, und gerade die deutsche Sprache verleiht ihren Songs eine Unmittelbarkeit, die in diesem Genre eher selten anzutreffen ist. Musikalisch erinnern sie bisweilen an Bands wie Kind Kaputt, Sperling oder Heisskalt, ohne dabei ihre eigene Handschrift zu verlieren. 

Einen ersten Vorgeschmack auf die neue EP lieferte bereits die Single «zürich brennt». Der Titel spielt zwar auf die Jugendunruhen der 1980er-Jahre an, ohne dabei eine Hymne für Molotow-Cocktails und Strassenschlachten zu sein. Vielmehr wird das brennende Zürich zur Metapher für eine jugendliche Romanze: «Verbrennen wir uns noch einmal, um zu sehen, wie etwas so viel Schöneres entsteht», heisst es im Refrain – eine Zeile, die den Kern von fc.kleinstadt treffend einfängt.

Denn ihre Songs bewegen sich zwischen Hoffnung und Verlorenheit, sie handeln von der Einsamkeit in einer behüteten Kleinstadt und dem Wunsch, aus gesellschaftlichen Zwängen auszubrechen. Trotz aller Schwere schimmert dabei immer wieder Zuversicht durch – getragen von grossen Refrains, bittersüssen Melodien und der Ahnung, dass aus Isolation wieder Gemeinschaft entstehen kann.

BADEN Royal, Fr, 25. September, 20.45 Uhr