Bühne

Geschichte einer Zwangsumsiedlung

Von
Philippe Neidhart

Das Solostück «Deep Voices» richtet seinen Blick nach Gaza und bringt im Thik die Sprache des Krieges auf die Bühne.

Farah wollte gerade Tee zubereiten, als sich ihr Leben von einem Augenblick auf den anderen in einen Ausnahmezustand verwandelt – es herrscht Krieg in Gaza. In diesen Zeiten des Aufbruchs flieht sie sich ins Schreiben, um der Welt mitzuteilen, was sie fühlt. Das Solostück «Deep Voices» der Schauspielerin und Autorin Tahani Salim verwebt die realen Tagebuchaufzeichnungen von Farah Al-Ghoul mit einer künstlerischen Performance und präzis gesetzter Bühnenrede in arabischer Sprache (mit Übertiteln auf Deutsch und Englisch). 

Die reduzierte Bühnensprache richtet den Blick auf das Wesentliche, der Körper wird Projektionsfläche für Angst, Hoffnung und Trotz – die Worte zu Trägern der Erinnerung. Das Stück zeigt auf, das hinter all den Schlagzeilen, die wir tagtäglich aus den Krisengebieten lesen, konkrete Biografien stehen. Es eröffnet ein Spannungsfeld zwischen Realität und Kunst, zwischen echtem Schmerz und gezeigtem Leid – und soll all den kriegsbetroffenen Frauen und Kindern eine Stimme verleihen. 

Das intime Dokumentartheater ist zudem Teil des Programms Dispit(N)ation 2026, das im Rahmen des 500-Jahr-Jubiläums der Badener Disputation ein Zeichen für Dialog, Respekt und gesellschaftlichen Zusammenhalt setzen will.

Deep Voices

Mittwoch, 27. Mai 2026

20:15 – 21:30 Uhr

Donnerstag, 28. Mai 2026

20:15 – 21:30 Uhr