Eine Taschenuhr von Friedrich Häusermann, Zofingen – fein graviert, präzise gebaut, getragen wohl in Sonntagswesten und an besonderen Tagen. Sie misst die Zeit, doch sie hält sie auch fest: einen Augenblick, eine Erinnerung, ein Leben im Rhythmus von Arbeit, Hoffnung, Warten. Wenn man sie öffnet, hört man das gleichmässige Ticken – wie ein leises Herz, das immer weiterschlägt.
Zum Jahresende horchen wir vielleicht ähnlich in uns hinein. Was war, was bleibt, was soll werden? Die Uhr mahnt uns, dass Zeit nicht nur verrinnt, sondern auch weitergeht – in unseren Spuren, in Begegnungen, in allem, was wir berühren. Ihr Ticken ist kein Befehl, schneller zu werden, sondern eine Einladung, die eigene Zeit bewusst zu bewohnen.
So beginnt das Jahr 2026 mit einem schlichten Gedanken: Wer auf seine Zeit achtet, findet darin auch das Glück des Augenblicks.
Rudolf Velhagen, Chefkurator bei Museum Aargau, erkundet an dieser Stelle die verborgenen Botschaften der Dinge. Nicht weniger als 55 000 historische Objekte aus der kantonalen Sammlung warten auf ihre Befragung.
Taschenuhr von Friedrich Häusermann (1677 – 1739), Zofingen, um 1690, silbernes Gehäuse, Teile vergoldet, Durchmesser (Gehäuse): 5,0 cm, Sammlung Museum Aargau, Inv.-Nr. K-11455.