Ausstellung

Die Lücken, die Brüche

Von
Michael Hunziker

With Love Nanay.

Auf den ersten Blick sind die beiden Positionen, die im Zimmermannhaus aufeinandertreffen, grundverschieden. Da befragt Perlie Frisch (*1986, Lachen) in «Lacuna» ihre durch Migration geprägte Biografie, folgt der Geschichte ihrer Mutter und deckt über die Auseinandersetzung individueller Konstellationen universelle Bruchstellen auf – Lücken, die sich dem Menschen öffnen, wenn das Konzept der Identität durch Migration, durch Bedeutungsverschiebungen, ja durch die Moderne überhaupt erschüttert wird. Die Künstlerin schafft eine multimediale Erlebniswelt, von Skulptur über Fotografie bis zur Performance. 

Dem gegenüber steht «still.life», eine immersive Installation von Steve Fors (*1967, Davenport, USA) und Christoph Brünggel (*1980, Brugg), die mit künstlichen Düften, Soundscapes und den Tierdarstellungen von Alfred Edmund Brehms die «Natur» virtualisieren, sprich symbolisch simulieren. Doch diese Idylle erfährt Brüche und hier nähern sich die beiden Positionen an: Da mischen sich Industriegeräusche ins Insektengezeter. Die Tiere stehen nicht nur vor ihrem natürlichen Habitat, sondern sind da nicht im Hintergrund rauchende Schlote? Zieht da ein Flugzeug eine Pestiziddecke hinter sich her? In den unterschiedlich thematisierten Bruchlinien scheint eine Verwandtschaft auf und die drängt darauf, Ideen der Aussöhnungen zu denken.

Frisch, Fors & Brünggel

24. September 2026 – 14. November 2026

Die genauen Öffnungszeiten finden sie auf der Website des Veranstalters