Silberglanz aus dem Aargau

Das Objekt

TEXT Rudolf Velhagen BILD Museum Aargau

Silberne Kaffeekanne des Viktor von Erlach, um 1730, Sammlung Museum Aargau.

Die Sammlung Museum Aargau wird laufend ergänzt und kann dieses Jahr einen ausserordentlichen und wertvollen Zuwachs verzeichnen: eine Aargauer Kaffeekanne aus Silber in bestem Zustand. Dies ist besonders erfreulich, da zwar im Aargau des 16. bis 19. Jahrhunderts in einigen Städten Silberschmiede tätig waren, doch mittlerweile "Aargauer Silber" selten geworden ist.

Die Kanne wurde im 18. Jahrhundert angefertigt. Als Person hinter der Kanne ist der Goldschmied Hans Jakob Stäbli (1700-1743) erkennbar, der aus dem damals bedeutenden Brugger Geschlecht Stäbli stammt. Die Hinweise zu seiner Person sind mitunter spärlich, belegt ist aber seine Tätigkeit als Gold- und Edelmetallschmied in Brugg, die er mindestens von 1731 bis 1743 ausübte. Nebenbei war er auch aktiv auf der politischen Ebene der Stadt Brugg, so war er von 1736 bis zu seinem Tod Ratsherr.

Auf der Kanne eingraviert ist das Wappen der bedeutenden Berner Familie von Erlach, die zur Zeit der Berner Herrschaft von 1415 bis 1798 in weiten Teilen des Aargaus anwesend war. Der genaue Auftraggeber und Besitzer der Kanne ist nicht bekannt. Vermutlich handelt es sich aber um Viktor von Erlach (1672-1745), der zwischen 1728 und 1733 Hofmeister von Königsfelden war.

In seiner Position war der im benachbarten Brugg arbeitende Hans Jakob Stäbli eine naheliegende Option für eine solche Auftragsarbeit. Aufgrund des hohen Amtes, das Viktor von Erlach ausübte, ist die Kanne nicht nur ein Zeugnis des hochkarätigen Aargauer Handwerks, sondern auch der vielschichtigen und bewegten politischen Geschichte des Kantons und somit eine wertvolle Ergänzung der Silberbestände der Sammlung Museum Aargau.