«Manchmal war es auch ein Spagat»

Die Co-Präsidentinnen von frauenaargau, Sandra-Anne Göbelbecker und Connie Fauver, verabschieden sich nach sieben Jahren mit der Frauentagung «Helvetia beweg dich!» am 25. Mai 2019 in Aarau.

TEXT Corinne Rufli BILD Claudia Larsen

Sandra-Anne Göbelbecker und Corinne Fauvre. Foto: Claudia Larsen

Die Idee eines überparteilichen aargauischen Frauennetz-werks kam beim Frauenstreik 1991. Daraus entstand der Verein FrauenLandsGemeinde Aargau. Als Sandra-Anne Göbelbecker und Connie Fauver vor sieben Jahren das Co-Präsidium des Vereins übernahmen, und somit einer jüngeren Generation das Zepter überreicht wurde, gab es Skepsis. Galten die beiden doch als feministische, linke Frauen. «Wir mussten beweisen, dass es uns um den Zusammenhalt und die Solidarität für alle Frauen geht», sagt Fauver. «Das war manchmal auch ein Spagat.»

Die beiden Frauen haben den Verein weitergebracht, jüngere Frauen dafür begeistern können und aktuelle feministische Tagungsthemen gesetzt – sowie den Vereinsnamen zu frauenaargau geändert. Ihr Verdienst ist es auch, dass es den runden Tisch regelmässig gibt: Zweimal jährlich treffen sich Vertreterinnen aller Aargauer Frauenvereine, Fachstellen, Organisationen und aus der Politik – für Vernetzung. 

Highlight und Herzstück des Vereins ist die Durchführung der jährlichen Frauentagung im Grossratsgebäude. Der jeweils volle Saal und gleichzeitig das ungewohnte Bild so vieler Frauen am Puls der Macht machen deutlich, wie nötig diese Arbeit ist. Der Tagungsort sei unbestritten, sagen die Co-Präsidentinnen einhellig. Die Gleichstellung in der Politik sei noch lange nicht erreicht. «Auch wenn es uns sehr freut, dass die Aargauer Parteien von links bis rechts fürdie Nationalratswahlen im Herbst so viele Frauen wie noch nie aufgestellt haben», sagt Fauver. «Doch jetzt müssen die Frauen auch abstimmen gehen und Frauen wählen – und die Männer auch.» Fauver (Grüne) und Göbelbecker (SP) stehen ebenfalls zur Wahl.

Nach sieben Jahren grossen Engagements geben die beiden ihr Amt ab und fokussieren auf andere Projekte. «Der Verein braucht Erneuerung», so Fauver, die in Stilli wohnt. Die Badenerin Göbelbecker ergänzt: «Wir haben den Verein gerne geführt und auch viel gelernt dabei, unser Blick wurde durch die vielen Begegnungen geweitet. Die Vernetzungsarbeit wird uns fehlen, der Rücktritt ist nicht emotionsfrei.» Nachfolgerinnen zu finden, sei nicht einfach, dennoch hätten sich Interessierte gemeldet. Fauver: «Der Abschied fällt leichter mit dem Wissen um potenzielle Nachfolgerinnen. Wir hoffen, dass auch nächstes Jahr wieder eine Frauentagung stattfindet.»

Aarau 25. Mai 2019: Frauentagung
Anmeldung: www.frauenaargau.ch