Literarische Selbstbefragungen

Mit dem Motto «Die Schweiz zu Gast» legen die diesjährigen Literaturtage Zofingen einen Blick auf das medial wenig beachtete, aber bunte Schaffen hiesiger Autor*innen.

TEXT Urs Heinz Aerni

Ariela Sarbacher liest aus «Der Sommer im Garten meiner Mutter» und diskutiert mit Nicola Steiner.

"Und diese Geschichte ist noch nicht ganz zu Ende erzählt", meint der Stadtammann von Zofingen, Hans-­Ruedi Hottiger, in seinem Grußwort zu den hiesigen Literaturtagen, die auch in diesem Pandemiejahr der literarischen Gilde aus der Schweiz sowie aktuellen Fragen eine Bühne bieten. Kunst im öffentlichen Raum gehört auf vielen Plätzen zum Ortsbild. Doch wie ist es mit der Literatur? Der Verleger Thomas Knapp gehört zu den Mitgründern des "Schrift­stellerweges" in Olten, der nun seit fünf Jahren Besucher­ innen und Besucher in die Welt der Erzählkunst entführt. Dazu ist nun eine Jubiläumspublikation erschienen, zu der auch die Mitwirkenden Alexandra von Arx, Rolf Lappert und der besagte Verleger am Festival Auskunft geben werden.

Kunst am Text?

In Biel, Leipzig, Hildesheim und an vielen weiteren Instituten kann literarisches oder kreatives Schreiben gelernt werden. Geht das? Die einen sagen klar, die anderen zweifeln und können sich einen Robert Walser niemals auf einer Schulbank für's schöne Schreiben vorstellen. Und doch feiern nicht wenige Abgänger*innen dieser Schulen in der Literaturszene ihre Erfolge. Ab wann ist Text Literatur? Und was tun, wenn das Talent fehlt? Wo liegt der Kippzustand zwischen Schreiben aus Drang und Texten mit Kalkül? Die Moderatorin Monika Schärer will es auch wissen und be­fragt Michèle Minelli, die selbst schreibt und Schreiben lehrt, Philipp Tingler, der ebenfalls schreibt und durch den Literaturclub als Kritiker bekannt ist, sowie Manfred Papst, der für die NZZ die Literatur als Kritiker unter die Lupe nimmt.

Wenn Leben zum Text wird

Auch ans Lebendige wird es mit Susanna Schwager und Ariela Sarbacher gehen, deren literarische Werke aus dem real Erlebten entstanden und in einer Sprache geschaffen sind, die ganz nah an den Menschen ist. Nicola Steiner wird danach fragen, wie viel Persönliches in ihren Texten steckt. Daneben und dazwischen gibt es Lesungen, Diskussionen und (musikalische) Inszenierungen.

ZOFINGEN Rathaus und Kulturhaus West Fr, 29. Oktober, 18 Uhr bis So, 31. Oktober, 16 Uhr

Weitere Infos: www.literaturtagezofingen.ch