Kultur goes digital

FÖRDERUNG Der Kanton unterstützt mit einem neu lancierten Projekt Kulturinstitutionen bei ihrer digitalen Weiterentwicklung. Wir haben bei der Projektleiterin Maja Škrkić nachgefragt.

Maja Škrkić leitet das Projekt DigiCulture. Foto: Dorian Rodis

Warum hat der Kanton das Projekt DigiCulture ins Leben gerufen?

Ein Förderschwerpunkt im laufenden Kulturkonzept des Kantons ist die digitale Kulturvermittlung. Wir möchten einen zeitgemässen und attraktiven Zugang zum Kulturleben ermöglichen. Der Bedarf wurde aufgrund der Covid-19-Pandemie noch deutlicher.

 

Wie sehen die verschiedenen Massnahmen konkret aus?

Die Kernidee von DigiCulture ist, digitale Vorhaben von Aargauer Kulturinstitutionen und Festivals finanziell und mit Beratung zu unterstützen. Zudem soll Wissen vermittelt und die Vernetzung gefördert werden. Um den Kulturinstitutionen eine ganzheitliche und langfristig ausgerichtete Entwicklung im digitalen Bereich zu ermöglichen, hat die Fachstelle Kulturvermittlung die drei Massnahmen DigiExperts, DigiProject und DigiLab ausgearbeitet. DigiExperts bietet fachliche Unterstützung bei der Konzepterarbeitung eines digitalen Vorhabens. Verschiedene Expert*innen stehen den Kulturinstitutionen und Festivals kostenlos zur Verfügung. Für die Projektumsetzung können finanzielle Mittel bei DigiProject beantragt werden. Die Projekteingaben werden von einer Fachjury geprüft. Mit DigiLab wird das erarbeitete Wissen im Rahmen verschiedener Veranstaltungsformate ausgetauscht.

 

Was sind die Teilnahmebedingungen?

DigiCulture richtet sich an sämtliche Kulturinstitutionen und Festivals im Kanton Aargau. Teilnehmen können alle, von rein ehrenamtlichen bis hin zu professionell geführten Kulturbetrieben.

 

Wie können solche Projekte aussehen?

Es handelt sich um digitale Entwicklungsvorhaben, welche die Kulturinstitutionen in ihrer Reichweite und kultureller Teilhabe stärken und somit längerfristig verändern. Die Projekte sind in den Bereichen Vermittlung, Kommunikation oder Kuration/Programmation verortet und können unterschiedliche Schwerpunkte beinhalten. Beispielsweise werden dem Publikum neuartige Wege der Auseinandersetzung angeboten, ein niederschwelliger Zugang zur Kultur verschaffen oder interaktive Möglichkeiten digitaler Medien genutzt, um das Publikum aktiv und gestaltend einzubeziehen.

 

Welche finanziellen Mittel stehen zur Verfügung?

DigiCulture ist ein Pilotprojekt, das auf drei Jahre ausgelegt ist und insgesamt drei Förderdurchläufe beinhaltet. Für die Projekteingaben stehen insgesamt 1 Mio. Franken zur Verfügung. 

 

Die virtuelle Welt entwickelt sich rasant und ist sehr kurzlebig. Wie sichern Sie die Nachhaltigkeit des Projekts? 

Für eine nachhaltige Projektentwicklung werden die genannten Bereiche Vermittlung, Kommunikation und Kuration/ Programmation gemeinsam gedacht. Entsprechend wird das digitale Entwicklungsvorhaben interdisziplinär erarbeitet. Als Grundlage dient die digitale Strategie. Die Klärung strategischer Fragen erlaubt den Kulturbetrieben, sich nachhaltig in einem Setting der Digitalität zu bewegen. Die Kulturinstitutionen und Festivals haben an der Infoveranstaltung im Rahmen von DigiLab die Möglichkeit, sich den Grundlagen digitaler Strategien zu widmen. Die nächste Infoveranstaltung wird am 23. Januar 2023 im Müllerhaus Lenzburg durchgeführt. 


ZUR PERSON

Maja Škrkić (*1990) ist Projektleiterin von DigiCulture. Sie hat Geschichte und Kulturanalyse studiert. Als Digital Native interessiert sie sich vor allem für die Auswirkungen der Digitalisierung auf die Praktiken künstlerischen Schaffens, den Vertrieb und die Vermarktung von Kulturgütern sowie den Umgang mit kulturellem Erbe.