Industriegeschichte(n)

Pioniergeist prägte die Stadt Baden und die gesamte Region. Für das Projekt #ZeitsprungIndustrie Baden haben sich verschiedene Akteur*innen aus Kultur, Bildung und Wirtschaft zusammengeschlossen, um die Industriegeschichte in verschiedenster Art und Weise zu beleuchten und Fragen nach der digitalen Zukunft zu stellen.

TEXT Philippe Neidhart BILD Historisches Archiv ABB Schweiz

Mitarbeitende posieren vor dem Wasserkraftgenerator für das Nilkraftwerk Assuan, 1952.

Der Aargau verfügt über ein reiches industrielles Kulturerbe- mit dem Themenjahr #ZeitsprungIndustrie wird diesem mit über 100 Veranstaltungen im ganzen Kanton Rechnung getragen. Eine führende Rolle nimmt dabei die Bäderstadt ein: "Es ist schön zu sehen, dass alle an einem Strick ziehen und mit viel Leidenschaft mit dabei sind", freut sich Laura Badertscher, Koordinatorin von #ZeitsprungIndustrie Baden.

So hat sich beispielsweise das Fantoche dazu entschieden, mit "Industrie im Spiegel der Animation" eine Filmreihe am kommenden Festival zu zeigen. Bereits schon am 2. Juli startet das Programm des Museums Langmatt mit einer interaktiven digitalen Schnitzeljagd. Mithilfe eines Smartphones und einer App können die Besucher*innen den Park der Villa erkunden und eine Entdeckungsreise zu längst verschwundenen Orten erleben. Historische Fotos aus dem 2018 erschlossenen Archiv der Familie Brown lassen in dieser Weise faszinierende Facetten aus der Geschichte der Langmatt wiederaufleben. Im Zentrum stehen dabei sowohl architektonische wie auch technische, soziale und kulturelle Themen.

Unter Strom

Es ist in erster Linie die Elektroindustrie, die bis heute das Stadtbild von Baden prägt - seien es die Villen der Technikpioniere oder die Werkhallen in Baden Nord. Ein solches Zeitzeugnis ist auch die Alte Schmiede, die vom 22. August bis zum 4. Oktober die Sonderausstellung "Unter Strom"des Vereins Industriewelt Baden beherbergt. Geboten wird eine Reise durch 130 Jahre Badener Industriegeschichte,wobei auch ehemalige Mitarbeiter*innen und Auszubildende der Badener Elektroindustrie als Zeitzeug*innen zu Wort kommen, was die Ausstellung um eine persönliche Perspektive ergänzt. Doch es wird nicht nur ein Blick zurück in die Anfänge der Badener Industriegeschichte geworfen, mit dem "Platz der Zukunft " zeigen aktuelle Projekte aus Industrie, Forschung und Bildung auf, in welche Richtung sich der Industriestandort Baden entwickeln könnte.

Kritischer Blick

"Wir wollen den Besucher*innen ein möglichst vielfältiges Programm bieten, sodass für jede*n etwas dabei ist",sagt Badertscher. So gastiert Ende August die Wanderausstellung"Mobil! Unterwegs mit Visionären" in Baden. In einem alten Wagen der SBB wird am Bahnhof Oberstadt an die Eisenbahn-Pionierzeit erinnert und stellt Fragen nach Austausch und Offenheit, die sich bei Bahnreisen täglich ergeben. Und mit "Fallen - A Dance Performance" wird in der alten Metallgiesserei auf dem Oederlin-Areal dem Wechselspiel von Video, Tanz und industrieller Geschichte Raum gegeben.

"#ZeitsprungIndustrie Baden soll die Geschichte keinesfalls glorifizieren, sondern auch kritisch hinterfragen", so Badertscher. Dies geschieht beispielsweise beim "CartoonPopup" in der Trafohalle: Rund 40 Karikaturist*innen präsentieren einen satirischen Blick auf das Thema Industrie und digitale Revolution.

Von Philippe Neidhart

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