Hip-Hop für das Hier und Jetzt

SOUNDS Er gilt als einer der authentischsten Schweizer Rapper – und dies zu Recht. Mit seinem nach sich selbst benannten Album zeigt Luuk, wie Schweizer Hip-Hop im Jahr 2020 klingen soll.

TEXT Philippe Neidhart BILD zvg

Working-Class-Consious-Rap von Strassenpoet Luuk.

Es ist ein persönliches Werk geworden - so der erste Eindruck der neuen Scheibe des Wahlzürcher Musikers Lukas Gantenbein alias Luuk. Eine gelungene Mischung aus Oldschool-Boombap und modernen Trapbeats, samt tiefgründigen und ehrlichen Lyrics, die weder abgehoben noch gezwungen intellektuell daherkommen.

Working-Class-Conscious-Rap made in Switzerland, sozusagen. Dazu gehören genauso politische Statements wie einige Zeilen zu Marihuana. Oder wie es Luuk selbst in einem Insta-Talk ausdrückt: "Das Album ist die Essenz meines bisherigen Schaffens."

Alter Hase auf neuen Wegen

"Wichtig isch, dass ich am Schluss chan daastah und mich nöd belüge", rappt er in seinem Track "Monk", und dies ist wörtlich zu verstehen. Seit seinem Debüt im Jahr 2013 hat sich Luuk auf seinen mittlerweilen fünf Alben stets weiterentwickelt, ohne dabei seine Wurzeln aus dem Blick zu verlieren.

Auch wenn die Beats - anders als bei den Vorgängerwerken - nicht mehr ausschliesslich aus der Feder seines langjährigen Weggefährten DavïdM stammen, ist der typische Luuk-Flair noch immer zu spüren, wenn auch in einem etwas anderen Gewand. Dabei gilt es zu erwähnen, auch die freshen Beats von KWEST stehen dem Zürcher gut zu Gesicht.

Was sich wie ein roter Faden durch die Karriere von Luuk zieht, ist seine Zusammenarbeit mit unterschiedlichsten Musikern seiner Zunft. Dies äussert sich auf der aktuellen Scheibe beispielsweise durch die Features mit Nativ (SOS / psycho'n'odds), Danase oder Rapide, wobei sich die Parts der Gäste perfekt in das musikalische Gesamtbild einfügen.

Aufmerksamkeit über die Szene hinweg erreichte Luuk zudem gemeinsam mit seinem Kollegen Knackeboul durch den "Pottcast". Falls es also zur einen oder anderen Konzertabsage kommen sollte - was wir natürlich keineswegs hoffen - gibt es dennoch guter Stoff für die geneigten Hörer*innen.

ZOFINGEN Oxil, Fr, 29. Januar 
AARAU Flösserplatz, Sa, 20 Februar