Getanzte Empfindsamkeit

Die Gruppe «T42dance» um Felix Duméril zeigt im Thik Baden eine poetische Suche nach Resilienz und Zusammenhalt.

TEXT Verena Naegele BILD Christian Glaus

Die Tänzer*innen von «T42Dance» bewegen sich in einer surrealen Kartonwelt.

Felix Duméril ist ein Choreograph und Tänzer, der oft und gerne mit Symbolik arbeitet, was dem Publikum Raum für eigenes Empfinden lässt und es doch in die jeweils assoziier­te Welt einbindet. Nun gastiert Duméril mit seiner Truppe "T42dance" im Thik in Baden. "POPuP" heisst das Stück, und im Gespräch legt Duméril Wert auf die Feststellung, dass er jeweils gemeinsam mit Misato Inoue und in Zusammenarbeit mit Gästen ein Stück entwickelt und choreographiert. Das ist auch bei dem rund 70-minütigen "POPuP" nicht anders, ein Stück, das ein Gleichnis für die heutige Zeit sein will mit einem selbstkritischen Blick auf die moderne, endliche Existenz des Menschen. Die Musik hat Yves Ribis beigesteuert, ein französischer Komponist, der in der Bretagne lebt. "Wegen Corona mussten wir mehrheitlich via Zoom arbeiten, weshalb wir mehr inhaltliche Vorgaben machen mussten als sonst", so Duméril. Trotzdem entstand ein reger Austausch mit unerwarteten Resultaten.

"POPuP" thematisiert mit einfachen Mitteln die leidenschaftliche Suche nach dem, was uns als Menschen antreibt und uns als Gesellschaft zusammenhält. Und wenn jemand auf die Nase fällt, steht er in typischer Pop­-Up­-Manier wieder auf. Deshalb trägt das Stück den sinnigen Untertitel "Mono No Aware – die sanfte Empfindsamkeit des Unbeständigen". Der Poesie des Augenblicks steht optisch eine surreale dreidimensionale Karton-Welt gegenüber, ein mobiles Labyrinth, in dem sich die Figuren bewegen. Es ist Mark Down, der bekannte Regisseur und Meisterpuppenspieler, der an diesem Konzept mitgearbeitet und markante Spuren hinterlassen hat. Heisst das nun, dass die Tänzer*innen auf der Bühne in den Bewegungen zwischen Rollen von "Puppen" und "Menschen" hin und her pendeln? "Es ist herausfordernd, darüber zu berichten, ohne zu viel preiszugeben", so Dumérils Antwort. "Es sind Grenzbereiche, die uns interessieren, da, wo sich unterschiedliche Kunstformen berühren und wo die vermeintlichen klaren Rollen sich mischen." Lassen wir uns überraschen!

BADEN Thik Fr/Sa, 22./23. Oktober, 20.15 Uhr