Fotografie als Sprache der Kritik

Das diesjährige Fotofestival Lenzburg rückt das Thema Ressourcen in den Fokus.

TEXT Tania Lienhard BILD zvg

"Sinomocene" von Davide Monteleone.

Schmelzende Gletscher, alte weisse Männer, faszinierender 3D-Druck: Das übergreifende Thema der diesjährigen Ausgabe des Fotofestivals Lenzburg lautet "re:sources" und dreht sich um die Schlagworte Mensch und Natur, Nach­haltigkeit sowie klimatische und gesellschaftliche Verän­derungen in der heutigen Zeit. "Unser Ziel ist es, mit dem Medium der Fotografie über Ressourcen zu sprechen. Alle Künstler*innen, deren Werke wir ausstellen, beleuchten die Thematik auf ihre ganz eigene Weise, aber alle Arbeiten treten miteinander in Dialog", sagt Margherita Guerra, Lei­terin des Fotofestivals.

Vier Fotografinnen, fünf Fotografen sowie ein Fotograf*innen­Kollektiv werden ihre Projekte an unterschiedlichen Orten in Lenzburg und Aarau ausstellen. "Die Arbeiten von Henri Blommers, Sandrine Elberg, Ingar Krauss, Ngadi Smart und Antonio Pérez haben wir aus über 250 bei unserem "open call" eingereichten Bewerbun­gen ausgewählt. Sie werden mit ihren Bildern die Projek­te der von uns eingeladenen Künstler*innen Catherine Leutenegger, Lunax Kollektiv, Davide Monteleone, Laurence Rasti und Fridolin Walcher ergänzen", beschreibt Guerra das Konzept des Fotofestivals. "Bei uns erhalten unbekann­te Fotograf*innen genauso eine Plattform, wie solche mit internationalem Renommee. Das ist das Schöne in Lenz­burg. Ich liebe diese Mischung, die nicht nur spannend ist fürs Publikum, sondern auch für die Künstler*innen selber. Die noch Unbekannten können ihr Netzwerk aufbauen und wichtige Beziehungen knüpfen, die Etablierten dürfen ihre Erfahrung teilen."

Ein spezielles Highlight ist das Projekt "Sinomocene" von Davide Monteleone. Der Italiener hat bereits für die New York Times und für National Geographic gear­beitet und beschreibt in seinem Langzeitpro­jekt die Anstrengungen Chinas, mit dem Bau der neuen Seidenstrasse noch mehr ökonomi­sche und politische Macht an sich zu reissen. Ein weiteres Highlight sind passend zum Thema Ressourcen ausgewählte Gewin­ner*innen­-Bilder der Sony World Photography Awards plus 65 Einzelbilder, die beim "open call" eingereicht wurden. Daneben gibt es 14 Fotobuchecken, an denen tolle Fotografie bewundert werden kann sowie einen reichen Veranstaltungskalender, der auf der Website zu finden ist. Ein Besuch des Festivals lohnt sich: "Wir zeigen Bilder auf hohem Niveau, aber durchaus verständlich für alle", so Guerra.

LENZBURG div. Orte, bis 2. Oktober
AARAU Stadtmuseum
Infos: www.fotofestivallenzburg.ch