Endlich unabhängig

Husseins Welt

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Hussein, 28, aus Afghanistan, wohnt in Meisterschwanden.

Eigentlich wollte ich nicht Metzger werden. Plattenleger hätte mir gefallen. Im Deutschkurs hat mir dann eine Lehrerin gesagt, die Aargauer Metzger suchten dringend Lernende. Eine erste Schnupperlehre konnte ich nicht antreten, da ich einen Unfall hatte. Eine zweite klappte dann. Vieles hat mir gefallen, und als der Lehrmeister mir die Lehrstelle anbot, nahm ich sie an.

Vor kurzem hatte ich meinen letzten Berufsschultag. Die Vertiefungsarbeit habe ich eingereicht und eine gute Note bekommen. Das macht mich schon ein wenig stolz, denn es steckt sehr viel Arbeit dahinter. Die Abschlussprüfungen habe ich abgeschlossen. Im Lehrbetrieb kann ich nicht weiterarbeiten. Ich habe aber keine Angst, eine Stelle zu finden. Metzger sind gefragt.

Die meisten Arbeiten als Metzger gefallen mir, so das Wursten, Ausbeinen und Vorbereiten. Einzig das Schlachten mache ich nicht sehr gerne, obwohl ich das von zu Hause kenne. Ich bin in Afghanistan mit Tieren aufgewachsen. Wir hatten 60 Schafe, Kühe, Esel und Hühner. Von klein auf habe ich mitgeholfen mit den Tieren und auf den Feldern. Tiere geschlachtet habe ich aber nie. Die Arbeiten werden noch viel mehr von Hand und weniger mit Maschinen gemacht. Da ich manchmal auf einem Biohof in Meisterschwanden aushelfe, sehe ich den Unterschied. Ich freue mich, endlich ein unabhängiges Leben zu führen.