Ein Zeichen für mehr Kultur in der Bäderstadt

Mit dem Verein «Kulturaktiv» will die Badener Kulturszene auf sich aufmerksam machen und sich in der lokalen Politik eine starke Stimme verschaffen.

TEXT Philippe Neidhart BILD zvg

Die Gründungsgilde des Vereins Kulturaktiv schreitet in die Zukunft.

"Willkommen in der Kultur­ und Bäderstadt", heisst es auf der Website dein.baden.ch – dem offiziellen Informationsportal von Baden. Dort wird ebenso der "berühmte Badener Geist" beschworen, der für das "gewisse Etwas" im Kulturleben sorgt. Hinter diesen Begriffen aber stecken unzählige engagierte Kulturschaffende, die sich mit viel Herzblut (und oftmals unentgeltlich) für Theater, Musik, Kunst und Tanz einsetzen.

Kein Wunder zeigten sich viele von ihnen konsterniert, als die Stadt Baden im Sommer 2017 bekannt gab, die Fördergelder für das Nordportal streichen zu wollen. Als Reaktion darauf formierte sich eine Handvoll Badener Kulturschaffende, riefen zur Unterstützung der Eventhalle auf und organisierten ein Treffen aller von der Stadt subventionierten Kulturorganisationen. So bildete sich im Laufe der Zeit unter dem Namen "Kulturaktiv" ein loser Zusammenschluss an Kulturschaffenden, um Informationsarbeit zu leisten (das AAKU berichtete im November 2018).

Mit der Transformation des bereits bestehenden Vereins "Stadt­picknick" in den neuen Verein "Kulturaktiv" wurde dieser nun auf eine gefestigte Grundlage gestellt. Das Leitungsteam bestand bisher aus Susanne Slavicek, Leiterin des Bluesfestivals, dem Pianisten und Musikre­daktor Gregor Loepfe, Nadine Tobler vom Thik und Markus Stegmann, Direktor des Museums Langmatt. Neu für den Vorstand bereit erklärt haben sich zudem Brigitta Luisa Merki vom Residenzzentrum tanz + sowie die Verwaltungsdirektorin des Kurtheaters, Lara Albanesi.

In den kommenden Monaten wird es nun in erster Linie darum gehen, den Verein aufzubauen - durch intensive Netzwerkarbeit un­tereinander, aber auch durch gelegentliche öffentliche Anlässe. "Wir haben in den letzten Jahren gezeigt, dass die Kulturschaffenden in Baden eine Stimme haben", sagt Slavicek, "und wir haben noch einige weitere Ideen, um die Stadt zu bereichern".

So hätte beispielsweise bereits im September das erste Stadtpicknick stattfinden sollen, aufgrund der Corona-­Auflagen jedoch wäre der administrative und organisatorische Aufwand zu hoch gewesen. Bereits realisiert werden konnte hingegen der Kulturbus, der momentan auf den Badener Strassen zu sehen ist. Mit bunten Bubbles präsentieren sich verschiedenste Institutionen und Kulturschaffende auf dem elektrisch betriebenen Fahrzeug der RVBW-­Linie 5.

Eins-zu-Eins-Austausch mit Politiker*innen

In nächster Zeit soll die Website des Vereins neu aufgebaut werden, um einen Überblick über das breite kulturelle Schaffen zu liefern und als Plattform für den regen Austausch zwischen Künstler*innen, Wirtschaft, Politik und Publikum zu dienen. Auch wurden in der Vergangenheit bereits sogenannte "Tandems" organisiert – ein Eins­-zu­-Eins-Austausch zwischen Politiker*innen und Kulturschaffenden. "Diese Vernetzung ist nötiger und wichtiger denn je", so Slavicek, selbst Einwohnerrätin. "Beiden geht es darum, die Interessen der Stadt zu vertreten, und deshalb ist es wichtig, der Politik aufzuzeigen, was uns beschäftigt."

Deshalb sollen diese Tandems auch in Zukunft weitergeführt werden. Zudem wird der Verein eine Ver­tretung im Vorstand der strategischen Geschäftsleitung der neuen Tourismusorganisation der Stadt Baden haben: "So kann 'Kulturaktiv' zu einer gewichtigen Stimme und zu einem Ansprechpartner der Stadt werden", sagt Gregor Loepfe.