Beats zwischen Progressivität und Nostalgie

Sie sind Legenden des freshen Conscious Rap – nun melden sich Arrested Development mit einem letzten Meisterwerk zurück und bringen positive Vibes ins Kiff in Aarau.

TEXT Philippe Neidhart BILD zvg

Preachen positive Messages: Arrested Development.

Wir werden in die Zeit der Golden Era zurückkatapultiert – Oldschool-Boombap-Beats mit kratzigen Samples dröhnen aus den Boxen: Hier ist kein Platz für stumpfen Gangsta-Rap, vielmehr bieten Arrested Development eine farbenfrohe Flow-Offensive mit positiven Vibes und zeigen, dass sie auch nach bald 35 Jahren im Business noch immer zur Speerspitze der Szene gehören.

Längst sind sie zu Ikonen geworden und haben dazu beigetragen, Conscious Hip Hop mit spezifisch afrozentristischem Ansatz über all die Zeit am Leben zu erhalten. Doch irgendwann ist Schluss, und so kündigten die Musiker*innen um Rapper Speech an, dass ihr neustes Album "For the FNK Love" zugleich ihr letztes Werk sein wird. Und eins kann schonmal vorweggenommen werden: Die Platte der zweifachen Grammy-Award-Träger*innen ist absolut genial geworden und wird mit Sicherheit einen bleibenden Eindruck für kommende Generationen hinterlassen.

Wäre das Album vor 25 Jahren erschienen, wären die Beats aus dem Hause Configa wohl unter dem Label Triphop verbucht worden – so vielfältig präsentiert sich die Instrumentierung, so abwechslungsreich die Rhythm-Section. Speech rappt seinerseits über das Älterwerden, betreibt Selbstreflektion und richtet den Blick auf das Leben im ruralen Amerika. Die Texte sind ein Kaleidoskop von Eindrücken aus der jetzigen Zeit – diesen werden Samples aus historischen Reden der afroamerikanischen Bürgerrechtsbewegung gegenübergestellt.

Egal, wie aussichtslos die Situation scheinen mag, mit einer positiven und friedfertigen Attitüde lässt sich die Welt verändern – so die Message. Auch ist "For the FNK Love" als ein riesiges Dankeschön an die Fanbase zu verstehen, die der Crew über all die Jahre treu geblieben ist. Wir danken Arrested Development für ein weiteres geniales und gleichwohl nostalgisch als auch progressives Stück Musikgeschichte.

AARAU Kiff, So, 15. Mai, 21 Uhr