ABGESAGT - Rupperswil – New York retour

SOUNDS Christoph Huber stellt mit seinem Quartett sein neues Album «Heir» vor. Er hebt sich von den Schultern der Tradition und schlägt einen eigenen musikalischen Weg ein. Vielversprechend.

TEXT Beat Blaser BILD Tatjana Rüegsegger

Saxofonist Christoph Huber sammelte Erfahrungen in Boston und New York.

Es gibt verschiedene Wege, Jazzmusiker zu werden, derjenige, den der Aarauer Saxofonist Christoph Huber gewählt hat, ist "the hard way". Denn, statt sich in der beschaulichen Schweiz umzutun, in der relativen Sicherheit eines Künstlerlebens hier, wagte er schon früh den Sprung in die USA.

Zuerst war das die Berklee School of Music in Boston, die vielleicht wichtigste, sicher aber berühmteste Jazzschule der Welt, um nachher seine Zelte im Auge des Taifuns, in New York aufzuschlagen. Man kennt die Verszeile aus dem gleichnamigen Song: "If you can make it there, you'll make it everywhere". New York ist ein hartes Pflaster, wer dort seinen Weg geht, hat sich zumindest eine dicke Haut zugelegt.

Aufgewachsen ist Christoph Huber in Rupperswil, und dass er Musiker werden würde, war schon fast vorgezeichnet, denn sein Vater ist Pianist und die Schwester Sängerin. Die Huber-Familienbande ist in der Region Aarau immer wieder zu hören, und Christoph hat als musikalischer Kopf von "Tanz und Kunst Königsfelden" auch Proben seines kompositorischen Könnens gezeigt.

Es wurde also Zeit für ihn, sich als Saxofonist ins Rampenlicht zu stellen, um seinen Fussabdruck auch in der hiesigen Jazzszene zu setzen. Er tut dies mit einem Quartett, das es in sich hat. Vier der beeindruckendsten jungen Musiker hierzulande hat er um sich geschart, den Freiburger Florian Favre am Klavier, Lukas Traxel aus der Innerschweiz am Bass und den Zürcher Paul Amereller am Schlagzeug.

In diesen Tagen soll die CD erscheinen, die dieses Christoph-Huber-Quartett eingespielt hat, betitelt "Heir". Man darf annehmen, dass "Heir" ein Bekenntnis zur Tradition ist, das Wort meint ein Erbe, Christoph Huber sieht sich als einer, der auf den Schultern seiner Vorgänger*innen steht, und deren musikalischen Weg weiter gehen will.

Was allerdings immer meint, neue Wege zu suchen, sich im Unterholz der künstlerischen Möglichkeiten seinen eigenen Pfad zu schlagen. Sein Schaffen würdigte das Kuratorium dieses Jahr mit einem Förderbeitrag. Man darf gespannt sein, wohin dieser für Christoph Huber führt, eine erste Kostprobe davon zeigt "Heir".

AARAU Tuchlaube, Do, 3. Dezember, 20.15 Uhr
BADEN Isebähnli, Mo, 14. Dezember, 20.15 Uhr