Gabi Fuhrimann

Die Künstlerin Gabi Fuhrimann (1958–2021) pflegte einen ganz eigenen Zugang zur Malerei. Als ausgebildete Bildhauerin bewegte sie sich zwischen den Gattungen. Sie malte nicht auf Leinwand, sondern auf Holzbretter. Diese sind nie neutral, sondern verfügen über eine spezielle, objekthafte Haptik und tragen zudem die Patina früherer Nutzungen. Ein Werkbereich, der bis heute weitgehend im Verborgenen geblieben ist, sind die doppelseitigen Bilder. Diese stehen im Zentrum der Ausstellung, die gemeinsam mit Rolf Winnewisser, dem Ehemann der im vergangenen November verstorbenen Künstlerin, entwickelt und kuratiert wurde. Das Interessante an diesen zweiseitigen Bildobjekten ist, dass sie einen tiefen Einblick in den von intensiver Formsuche und Konzeptfindung geprägten Schaffensprozess der Künstlerin ermöglichen. Die Ausstellung, die in Referenz auf einen Werktitel der Künstlerin «entre chien et loup» heisst, zeigt die doppelseitigen Bilder als das, was sie sind. Egal ob zwischen einer Vorder- und einer Rückseite viele Jahre oder nur ein paar Monate liegen, in der spannungsvollen Parallelität zeitlicher und begrifflicher Ungleichzeitigkeiten, im Hin und Her zwischen Rückschau und Innovation entfaltet sich ein Reichtum, der Auge und Hirn gleichermassen berührt.Ergänzend zur Ausstellung wird eine Videoarbeit von Max Treier (geb. 1974, lebt und arbeitet in Baden) gezeigt. Sie ist in Gabi Fuhrimanns Atelier in der Alten Spinnerei in Wettingen entstanden.

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Weitere Termine: 1. Oktober , 2. Oktober , 5. Oktober , 6. Oktober