Kunstausstellung «ben tütt»: Nelly Frei und Gudio Gläser

Das Kunstschaffen, beide Mitglieder bei «Visarte», umfasst Objekte, Installationen und Malerei. Im Fokus der Ausstellung steht die Malerei, die im Verlaufe des letzten Jahres, während der Pandemie entstanden ist. Die Arbeiten spiegeln diese herausfordernde Zeit voller Einschränkungen und Krisen. Im Garten der Galerie deuten die Künstler ihre Affinität und Nähe zu Natur und Lyrik in einem überraschenden Auftritt an. Die Werke der beiden Künstler sind vielen Einzel- und Gruppen Ausstellungen in namhaften Galerien gezeigt worden.Nelly Frei sucht nicht weit. Sie sammelt. In nächster Umgebung ihres Ateliers findet sie was die Natur hinterlässt, Blätter, Zweige und vieles mehr. Die Neuordnung, das Ausloten dieser Materialien in naturfremde Formen ist ihre künstlerische Antwort auf das Werden und Vergehen. Begonnen hat ihr Interesse an Landschaft 2003 in Italien. Umgeben von landwirtschaftlich stark genutzten Böden beobachtete sie die Bauern bei der Feldbearbeitung. Die hinterlassenen Spuren weckten in ihr das Interesse, Bilder mit geometrisch abstrakten Mustern zu entwickeln.Ob im Alltag oder im künstlerischen Schaffen – Nelly Frei möchte so wenig wie möglich von unseren wertvollen Ressourcen, die uns die Natur schenkt, verbrauchen. Die meisten Materialien, die sie benutzt, haben ihren Dienst in der Natur schon getan. Sie recyclet.Guido Gläser definiert jede Ausstellung als Standortbestimmung und als Prüfstand. Er überlegt sich: «Hat sich mein Werk qualitativ weiterentwickelt?». Seit vielen Jahren widmet sich Guido Gläser transformatorischen Bildprozessen, was so viel heisst wie: entwickeln, überarbeiten, verwerfen, umarbeiten, weg malen, abwischen und wieder zusammenfügen, bis er eine Bild vor sich hat, dem er eine eigenständige Bilderpersönlichkeit zuschreiben kann. Seine kleineren Werke berühren Fragen nach seiner Sicht auf die Gegenwart. «Worauf ist heute noch Verlass? Gibt es noch etwas zu verstehen?» Man erkennt ausgebleichte Oberflächen, Räume ohne Eigenschaften, Schatten als Fremdkörper. Man will verstehen, sieht jedoch keinen Zusammenhang. Guido Gläser entführt in die inszenierte Zersplitterung und die verzerrte Realität.

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Weitere Termine: 23. Juni , 24. Juni , 25. Juni , 26. Juni